Wie können wir im Alter gut in unserer Region leben? Welche Angebote und Begegnungsräume braucht es, damit Menschen möglichst lange selbstbestimmt und gut begleitet in ihrer Heimatgemeinde bleiben können? Wie könnte ein multifunktionales Dorfhaus gestaltet werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer:innen der zweiten Veranstaltung des Bürger:innenbeteiligungsprojekts für Gemeinwohl am 15. Oktober 2026 im Raabser Stadtkrug in Raabs an der Thaya.
Zum Auftakt begrüßte LEADER-Geschäftsführerin Verena Manhart die Anwesenden und erinnerte mit dem Sprichwort „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“ daran, wie wichtig funktionierende Gemeinschaften in allen Lebensphasen sind. Gerade angesichts der Herausforderungen des Älterwerdens brauche es Orte und Strukturen, auf die Menschen vertrauensvoll zurückgreifen können. Das geplante multifunktionale Dorfhaus soll genau hier ansetzen und gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden.
Auch Dr. Ernst Pollak, Seniorengemeinderat der Stadtgemeinde Raabs an der Thaya, begrüßte das Projekt. Besonders hervor hob er den Ansatz, bestehende Angebote nicht zu ersetzen oder mit ihnen zu konkurrieren. Vielmehr gehe es darum, sogenannte „weiße Flecken“ sichtbar zu machen und Bedarfe zu identifizieren, die bisher noch nicht ausreichend abgedeckt werden.
Durch den Abend führten Hannes Heissl und Daniela Mussnig vom Institut für gesellschaftlichen Wandel, die das Projekt fachlich begleiten. Zusätzliche Impulse lieferten Franz Linsbauer, Ottilia Dorfer und Karin Gutmann, die ihre Erfahrungen, Fachkenntnisse und Informationen zur geplanten DalleinerHofzeit einbrachten. Das Projekt soll bereits im ersten Quartal 2027 starten und dient als wertvolles Pilotprojekt für die Entwicklung weiterer Ideen.
Im fachlichen Teil standen die Auswirkungen des demografischen und gesellschaftlichen Wandels, der Umgang mit Demenz sowie die Entwicklung sogenannter dritter Sozialräume im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurden innovative Wohn- und Betreuungsmodelle vorgestellt, die neue Wege für eine solidarische und lebenswerte Zukunft im ländlichen Raum aufzeigen.
Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten Beteiligungsveranstaltung wurden die bisherigen Ideen in Galerieform präsentiert, ergänzt und priorisiert. In anschließenden Gruppenarbeiten entwickelten die Teilnehmer:innen gemeinsam Vorstellungen für das multifunktionale Dorfhaus. Diskutiert wurde unter anderem, welche Angebote in einer Tagesbetreuungseinrichtung Platz finden könnten und welche Bedürfnisse die Menschen dort haben. Die zahlreichen Beiträge zeigten die Vielfalt an Erfahrungen und Perspektiven in der Region. Genannt wurden beispielsweise Begegnungsräume für Gäste und Besucher:innen, Möglichkeiten für Bewegung und Aktivierung, Angebote für sinnliche Erfahrungen sowie Rückzugsorte für Ruhe und Erholung.
Die Ergebnisse der Veranstaltung bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Projektentwicklung und zeigen eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft und Gemeinsinn in der Region vorhanden sind. Gemeinsam entsteht Schritt für Schritt ein Ort, der Begegnung, Betreuung und Lebensqualität miteinander verbindet.









