Suche
Close this search box.
Veranstaltung "Innovation in der Region und für die Region"

Mut, Wirkung und Gemeinschaft: #LEADERwirkt als Geburtshelfer regionaler Innovation

Mit dem Slogan „Wir suchen, wir brauchen, wir fördern Innovation“ lud die LEADER Region Waldviertler Wohlviertel am 15. April 2026 zur Veranstaltung in den Mehrzwecksaal Irnfritz. Dabei kam nicht nur der Genetiker und Bestsellerautor Univ. Prof. Markus Hengstschläger zu Wort. Innovative Persönlichkeiten aus der Region berichteten zudem im Rahmen von Podiumsgesprächen über eigene innovative Ansätze und wie die Region innovativ vorangebracht werden kann.

Wie Univ.-Prof. Markus Hengstschläger während der Veranstaltung ansprach, ist ein Aspekt, der nicht ganz einfach zu transportieren ist, der Aspekt der Wirkung. „Aber man muss es immer wieder versuchen zu demonstrieren, dass es wirkt“ so Hengstschläger. Dies entspricht auch dem Vorhaben der LEADER Regionen Niederösterreichs, die im Rahmen von 19 Veranstaltungen darauf aufmerksam machen, dass #LEADERwirkt.

Vor dem Einstieg in das innovative Rahmenprogramm der zweiten Station im Rahmen der #LEADERwirkt Tour, schafften es der LEADER Obmann und Landtagsabgeordnete Franz Linsbauer und Verena Manhart aus dem LEADER Management für das Publikum ein Grundverständnis zu LEADER aufzubauen. Die Eckpunkte umfassten etwa die Co-Finanzierung von EU, Bund und Ländern, der Zusammenschluss der Gemeinden zu einer Region und den Bottom-up-Ansatz. Darüber hinaus leitete Verena Manhart zum Hauptthema der Veranstaltung über, da „ein wesentliches Merkmal von LEADER ist, dass die Projekte eine Weiterentwicklung oder idealerweise eine Innovation darstellen“. Die Frage, warum die EU solche Ziele für LEADER Projekte setzt, wurde mittels online Umfrage an das Publikum weitergespielt und damit während der Veranstaltung eine Brücke zwischen EU und der Bevölkerung geschlagen. Zu den häufigsten Antworten, warum wir Innovation brauchen, zählten Fortschritt und Weiter(-entwicklung), gefolgt von Erneuerung, Wachstum und Wohlstand.

Verena Manhart vom LEADER Management befragt das Publikum, warum wir Innovation brauchen

LEADER Projekte – Herausforderungen und Lösungen

In der Region Waldviertler Wohlviertel nutzten schon zahlreiche Projektträger und Projektträgerinnen die Möglichkeit zur Projekteinreichung und zur Lösung verschiedener Herausforderungen in der Region. Seit der letzten Periode mit Beginn 2014 erhielten bereits 87 Projekte eine Förderzusage um die 18 Mitgliedsgemeinden und die Region als Ganzes weiterzuentwickeln. Der Obmann Franz Linsbauer resümiert dazu: „LEADER ist gelebte regionale Stärke, Bürgernähe auf den Punkt gebracht, Innovationsmotor für den ländlichen Raum und Geburtshelfer für viele Projekte“.  

LEADER Obmann Franz Linsbauer zieht Bilanz über erfolgreiche Projekte der letzten beiden Förderperioden

LEADER Förderungen der Region Waldviertler Wohlviertel gaben beispielsweise den Impuls für die Errichtung von Kleinstkinderbetreuungsstätten noch vor der Kinderbetreuungsoffensive des Landes Niederösterreich. Ein Sprichwort besagt, dass es ein ganzes Dorf zur Kindererziehung braucht. Dass dieses Netzwerk auch am Land nicht mehr selbstverständlich ist und viele Frauen wieder früher ins Arbeitsleben zurückkehren wollen, haben vorausblickende Bürgermeister und Bürgermeisterinnen erkannt und dementsprechende Unterstützungsangebote geschaffen. Einen weiteren Innovationsschub brachte das Projekt „MiniTalente“, bei dem eine Talentschmiede geschaffen werden sollte um gezielt die einzelnen Stärken der Kleinstkinder zu erkennen und zu fördern.

Eine Nahversorgung ist aus vielerlei Gründen erstrebenswert für die Bevölkerung. Damit diese auch nahe bei der Bevölkerung bleibt und somit gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht werden kann, gibt es jedoch so manche Hürden. Dazu zählen etwa die Wirtschaftlichkeit, der Personalmangel und das Angebot an attraktiven Öffnungszeiten. Um diesen Hürden Abhilfe zu leisten und das Leben in ländlichen Gebieten attraktiver zu gestalten, wurden in der LEADER Region Waldviertler Wohlviertel mittlerweile bereits mehrere Umbauten und Umstrukturierungen von Nahversorgern zu Hybridmärkten gefördert. Das Erfolgsrezept dabei ist die Kombination aus regulären Öffnungszeiten und anwesendem Personal mit Zeiten, in denen der Nahversorger als Selbstbedienungsladen funktioniert.

Der Förderansatz LEADER ist nicht nur Teil der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU und auf nationaler Ebene der Agrarmarkt Austria (AMA) zugeordnet. In der Strategie der LEADER Region Waldviertler Wohlviertel sind auch verschiedene für die Landwirtschaft relevante Themen formuliert. So wurde in der letzten Periode beispielsweise ein innovativer „Strohballenpacker“ gefördert, der nicht nur eine leichtere Verarbeitbarkeit, sondern auch eine verbesserte und ertragreichere Nutzung des Rohstoffs Stroh ermöglicht.

Rund 170 Menschen aus der LEADER Region Waldviertler Wohlviertel, anderen Regionen Niederösterreichs und sogar aus Deutschland folgten der Einladung zur Veranstaltung

Ein weiters Projekt, dass aus der Landwirtschaft kommt, bei dem jedoch die Vermarktung im Vordergrund stand, war „Demeter Waldviertel“. Um die Vermarktung, Wertschöpfung und Bekanntheit regionaler Bioprodukte zu steigern, wurde eine neue Marke für regionale Demeter-Produkte aus dem Waldviertel geschaffen. Die Innovation bestand dabei darin, dass die lokale Herkunft mit der Demeter-Qualität und dem speziellen Mahlverfahren der Raabser Mühle kombiniert wurde.

Eine besondere Qualität der Familienregion Waldviertler Wohlviertel Nationalpark Thayatal ist der Zusammenhalt, der etwa durch die Vernetzung über Vereine gestärkt wird. Während viele Musiker und Musikerinnen von Jung bis Alt die freie Wahl haben, bei welcher Bläsergruppe bzw. Blasmusikkapelle sie mitspielen möchten, gibt es vergleichsweise wenig Angebote für Streicher und Streicherinnen. Hier setzte das Projekt „Ein gemeinsamer Streich“ an und schaffte über das gemeinsame Musizieren mit Streichinstrumenten eine innovative Vernetzung der interessierten Jugend und der Eltern.

Unter anderem um den sozialen Austausch und positive Erlebnisse geht es auch im Projekt „Aktivgruppe Demenz“. Mit einem vielfältigen Rahmenprogramm werden sowohl motorische als auch kognitive Fähigkeiten gefördert. Abgesehen von der Unterstützung der Selbstständigkeit im Alltag kann dadurch der Fortschritt der Demenz verlangsamt werden.

Gastvortrag von Univ. Prof. Markus Hengstschläger

Den Stellenwert von Innovation in unserer Gesellschaft zeigte Univ. Prof. Markus Hengstschläger nicht nur in zahlreichen Bestsellern, sondern auch mit sehr viel Witz während der LEADER Veranstaltung der Region Waldviertler Wohlviertel auf. Zum Kontext der Regionalarbeit erklärte er: „Wenn eine Region innovativ ist, ist sie auch gut vorbereitet auf das, was kommt, und zwar auch auf das, was nicht vorhersehbar ist“. Im Gedächtnis blieb vielen im Publikum zudem sein 3/24 Ansatz, bei dem innerhalb von 24 Stunden 3 Lösungsvorschläge für Problemstellungen erarbeitet werden sollen, um sie dann gemeinsam zu besprechen.

Univ.-Prof. Markus Hengstschläger überzeugt das Publikum auch mit viel Witz von der Bedeutung der Lösungsbegabung

Podiumsgespräche mit regionalen Persönlichkeiten

Dem Bottom-up-Ansatz von LEADER blieb das Veranstaltungsteam auch bei der Organisation treu, indem fünf innovative Persönlichkeiten aus der Region zu Podiumsgesprächen geladen wurden. Nikolaus Reisel, Bürgermeister aus der Gemeinde Meiseldorf und Leiter für Plattformen in der IT Abteilung der Stadt Wien, schilderte aus seiner Sicht die Anfänge der hybriden Nahversorger und welchen Herausforderungen damit begegnet wurde. Darüber hinaus wurde thematisiert, wie Birgit Schöls, Miteigentümerin der Firma APV, in ihrem Unternehmen mit Fehlern umgeht und dass in einer gelebten Fehlerkultur das Potential des Fortschritts liegt. Birgit Gruber ist mit der Öffentlichkeitsarbeit im Nationalpark Thayatal betraut und konnte die Frage beantworten, welche Bedeutung die Sichtbarmachung von Erfolgen hat. Um innovativ zu sein und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Innovation anzuregen gibt es unterschiedliche Ansätze. Einblicke in die eigene Unternehmenskultur lieferte Stefan Graf, CEO der Baufirma Leyrer+Graf, der meinte, dass Kreativität aus einem gesamten Ökosystem heraus entsteht. Der Obmann der LEADER Region und Landtagsabgeordnete Franz Linsbauer hob die Bedeutung von Freiwilligenarbeit für die Gesellschaft und die Region hervor und stellte gleichzeitig ein geplantes Projekt für die Tagesbetreuung älterer Menschen vor.

Verena Manhart, Nikolaus Reisel, Birgit Schöls, Markus Hengstschläger, Stefan Graf, Birgit Gruber und Franz Linsbauer (vlnr) geben Einblick in ihre Herangehensweisen zur Innovation

Univ.-Prof. Markus Hengstschläger bekräftigte, dass es zulässig sein muss sich auf seine Talente und Begabungen zu spezialisieren, um in diesen Bereichen Innovativ sein zu können. In der zweiten Fragerunde wurde ein stärkerer Fokus auf die LEADER Arbeit und die Region selbst gelegt und etwa diskutiert, ob es angesichts der Herausforderungen und der weltpolitischen Geschehnisse mehr Stabilität oder Kreativität und Innovation braucht. Dazu äußerte sich Linsbauer: „Mit LEADER können wir dem Mut auf die Sprünge helfen, wir können eine Sicherheit geben und Geburtshelfer sein“. Darüber hinaus wurde anhand der Kombination von Energiewende und Digitalisierung aufgezeigt, wie sich die Region unabhängiger von äußeren Einflüssen machen kann. Dies bedarf unter anderem einer gewissen Flexibilität und einer Bereitschaft vom gewohnten Ablauf abzuweichen. Wie dies auch in die Gesellschaft hinausgetragen werden kann, um gemeinsam weiter voranzukommen wurde von Univ. Prof. Markus Hengstschläger kommentiert: „Das Ganze muss einen Sinn machen, der Sinn muss transparent sein, es muss bekannt sein, wofür man sich gemeinsam stark macht“. Um noch mehr Ankerpunkte zur Innovationsmotivation zu setzen, berichteten die regionalen Persönlichkeiten, was sie dazu antreibt, immer nach neuen Erfolgen zu streben. Abschließend hielt Univ. Prof. Markus Hengstschläger ein Resümee dazu, wie das Waldviertler Wohlviertel als innovative Region bekannt werden und sich damit ein positives Regionsimage aufbauen kann.

Diese Post teilen:

weitere News

Präsidiumssitzung der LEADER Region

Reges Interesse zeigten die Bürgermeister:innen bei der Präsidiumssitzung unserer LEADER Region. 15 von 18 Bürgermeister:innen der Mitgliedsgemeinden fanden sich am 08.04.2026 im Straninger Hof zusammen, um sich zu informieren und sich untereinander auszutauschen. Obmann und Landtagsabgeordneter Franz Linsbauer und Verena Manhart des Managements der LEADER Region Waldviertler Wohlviertel gaben einen Einblick in die Arbeit der

weiterlesen »

Aktuelle Aufrufe zur Einreichung von LEADER-Projekten

Ab sofort können wieder Projekte zur Verbesserung unserer Familienregion mit Nationalparkqualitäten eingereicht werden! Alle Infos und Einreichfristen finden Sie auf der AMA Website und im PDF zum Download. Interessierte werden gebeten frühzeitig vor Projekteinreichung mit dem LEADER-Büro Waldviertler Wohlviertel in Kontakt zu treten: office@wohlviertel.at, Tel: 0664 239 02 08 (Verena Manhart). Aufruf für Einzelprojekte Aktionsfeld

weiterlesen »
Nach oben