Leaderprojekt „Digitale Erhaltung Nahversorger Niederfladnitz“
Projektträger: KOMMREAL Hardegg GmbH
Projektlaufzeit: 01.07.2025 bis 31.07.2026
Maximaler Förderungsbetrag: € 29.099,46
Die Sicherung und Weiterentwicklung der Nahversorgung stellt ein zentrales Ziel der lokalen Entwicklungsstrategie der Region sowie ihrer Mitgliedsgemeinden dar. Gerade im ländlichen Raum ist ein wohnortnahes Angebot an Gütern des täglichen Bedarfs ein wesentlicher Faktor für Lebensqualität, soziale Teilhabe und Standortattraktivität.
Die Stadtgemeinde Hardegg betreibt im Ortszentrum der Katastralgemeinde Niederfladnitz einen Nahversorger, der über eine Pächterin geführt wird. Dieses Geschäft versorgt die Einwohnerinnen und Einwohner der Ortschaften Heufurth, Merkersdorf, Niederfladnitz, Pleissing, Waschbach und Hofern – insgesamt rund 1.100 Personen bzw. etwa 480 Haushalte. Für diese ist der Nahversorger Niederfladnitz der letzte verbliebene Nahversorger im unmittelbaren Umfeld. Die nächsten Vollsortiment-Nahversorger befinden sich in Weitersfeld und Retz, jeweils rund 9 Kilometer entfernt.
Nachdem der vorherige Nahversorger bereits einige Jahre zuvor geschlossen hatte, wurde der bestehende Nahversorger von der Stadtgemeinde Hardegg gemeinsam mit der KommReal Hardegg GmbH – auch mit Unterstützung des LEADER-Programms – errichtet und am 8. November 2018 eröffnet. Seither stellt er einen unverzichtbaren Bestandteil der lokalen Daseinsvorsorge dar.
Projektziel
Ziel des Projekts ist die innovative Weiterentwicklung des bestehenden Nahversorgers zu einem sogenannten „hybriden Nahversorger“. Durch den gezielten Einsatz digitaler Technologien soll das Geschäft künftig sowohl:
- als klassischer Nahversorger mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
- als auch – innerhalb der gesetzlich zulässigen Rahmenbedingungen – als Selbstbedienungsnahversorger ohne Personal
betrieben werden können.
Damit wird das bestehende Angebot nicht nur gesichert, sondern zukunftsfit weiterentwickelt.
Wirkung und Nutzen
Mit der Umsetzung des hybriden Betriebskonzepts werden mehrere zentrale Zielsetzungen verfolgt:
- Erweiterung der Öffnungszeiten: Auch zu Zeiten, in denen ein Personalbetrieb wirtschaftlich nicht darstellbar ist, bleibt die Versorgung gewährleistet.
- Verbesserung des Angebots für die Bevölkerung: Mehr Flexibilität und Zugänglichkeit erhöhen den Nutzen für alle Altersgruppen.
- Abfederung des Personalmangels im Bereich der Nahversorgung durch digitale Unterstützung.
- Attraktivierung der Gemeinde und der Region: Ein modernes Nahversorgungsangebot steigert die Lebensqualität und macht den Wohnstandort attraktiver.
- Reduktion von Verkehrsaufkommen: Kürzere bzw. vermiedene Einkaufsfahrten tragen zu Umwelt- und Klimaschutz bei.
- Sinnvolle Nutzung digitaler Technologien zur nachhaltigen Weiterentwicklung der regionalen Infrastruktur.
Fazit
Mit der Umstellung auf einen hybriden Nahversorger geht die Stadtgemeinde Hardegg einen wichtigen Schritt, um die wohnortnahe Versorgung langfristig zu sichern und an die Herausforderungen des ländlichen Raums anzupassen. Das Projekt verbindet soziale Verantwortung, wirtschaftliche Vernunft und digitale Innovation – zum Nutzen der Bevölkerung und der gesamten Region.